Glossar - Gesundheitswesen
Acute-Graft-versus-Host-Disease (aGvHD)
akute Abstoßungsreaktion nach Transplantation verursacht durch T-Zellen in dem Spendertransplantat, die den Empfängerorganismus angreifen.
Albumin
Ein Eiweiß (Protein), das Aufschluss über den allgemeinen Ernährungszustand eines Patienten gibt.
Allogene Stammzelltransplantation
Transplantation von Stammzellen eines Spenders
Antikörper
Zu den Gammaglobulinen gehörende Gruppe von Immunglobulinen (Eiweißkörper), die von B-Lymphozyten und Plasmazellen als Antwort des Immunsystems nach Kontakt des Organismus mit Antigenen gebildet und in die Körperflüssigkeiten abgegeben werden. Antikörper reagieren gezielt mit speziellen Antigenen.
Antiretrovirale Medikamente
Arzneimittel, die die Vermehrung bestimmter Viren (Retroviren) hemmen.
APD (Automatisierte Peritonealdialyse)
Maschinenunterstützte Variante der Peritonealdialysebehandlung, die meist über Nacht angewendet wird.
Apherese
Verfahren der Blutentnahme von einem Spender oder auch Patienten, bei der nach Abtrennung und Entfernung bestimmter Bestandteile (Thrombozyten, Plasma) das restliche Blut wieder zurück infundiert wird.
Arterio-venöse Fistel
Eine arterio-venöse Fistel ist eine direkte, operativ hergestellte Verbindung zwischen der Arterie und der Vene eines Dialysepatienten. Nach der Operation entwickelt sich ein großes Blutgefäß mit einem hohen Blutfluss, das als Zugang für die Hämodialyse dient.
Aszites
Bauchwassersucht
Biokompatibilität
Qualität und Verträglichkeit des Materials, des Systems oder der Lösung, die negative Reaktionen des Patientenorganismus verhindert.
Blutvolumenersatz
Infusionslösung zum Ausgleich von Blutverlusten
BMI (Body-Mass-Index)
Verhältniszahl zur Beurteilung des Ernährungszustandes. Er ist definiert als Quotient des Körpergewichts und dem Quadrat der Körpergröße. Der Normbereich liegt zwischen 18 und 25.
Clearance
Eine quantitative Größe zur Darstellung der Reinigungsleistung des Dialysators im Hinblick auf die Entfernung urämischer (harnvergiftender) Toxine.
CMS (Center for Medicare and Medicaid Services)
Zentrum für Medicare and Medicaid-Gesundheitsdienstleistungen in den USA
Compounding
Mischen von unterschiedlichen Lösungen oder Komponenten zur I.V.- oder parenteralen Ernährungstherapie
Dialysat (Dialysierflüssigkeit)
Bei der Dialyse verwendete Flüssigkeit. Die Konzentration einzelner Komponenten wird gemäß der gewünschten Richtung und Menge des Stoffaustauschs eingestellt.
Dialysator
Spezieller Filter, der in der Hämodialyse zur Entfernung toxischer Substanzen und Abscheidung überschüssigen Wassers aus dem Blut verwendet wird.
Dialyse
Form der Nierenersatztherapie, bei der eine semipermeable (halbdurchlässige) Membran zur Kontrolle des Stoffaustauschs im Blut gelöster Teilchen verwendet wird, d.h. in der Peritonealdialyse das Peritoneum (Bauchfell) des Patienten und in der Hämodialyse die Membran des Dialysators.
Dialysegerät
Der Hämodialyseprozess wird durch ein Dialysegerät gesteuert, das Blut pumpt, gerinnungshemmende Mittel zusetzt, den Reinigungsprozess reguliert und die Mischung der Dialyselösung und ihre Fließgeschwindigkeit durch das System steuert.
Diffusion
Konzentrationsaustausch von zwei Flüssigkeiten, die durch eine halbdurchlässige Membran getrennt sind. Die Moleküle wandern von einer Flüssigkeit in die andere, Stoffwechselgifte treten somit durch die Membran in die Dialysierflüssigkeit.
Disease State Management (DSM)
Holistisches (ganzheitliches) Konzept der Patientenbehandlung unter Berücksichtigung aller mit der Krankheit verbundenen medizinischen Aspekte.
Einmal-Dialysator
Dialysator, der im Gegensatz zu re-use (Wiederverwedung) nur einmal verwendet wird.
Enterale Ernährung
Zufuhr von Nährstoffen als Trink- und Sondennahrung unter Einbeziehung des Magen-Darm-Trakts
Epitheliale Tumore
Tumore, die durch Fehlentwicklung von Oberflächenzellen entstehen
Extrakorporal
Außerhalb des Körpers erfolgend
Hämodiafiltration (HDF)
Spezielle Form der Behandlung von Patienten mit chronischem Nierenversagen (ESRD), in der die Vorteile der Hämodialyse und der Hämofiltration kombiniert genutzt werden, d.h. es werden hohe Eliminationsraten für Substanzen mit niedrigem und hohem Molekulargewicht mittels Diffusion bzw. Konvektion erzielt.
Hämodialyse (HD)
Behandlungsmethode für Dialyse-Patienten, bei der das Blut des Patienten durch einen Dialysator gereinigt wird. Der Austausch löslicher Substanzen zwischen Blut und Dialysierflüssigkeit wird durch Diffusionsprozesse geregelt.
Hämoperfusion
Extrakorporales Blutreinigungsverfahren zur Entfernung toxischer Substanzen aus dem Blut mit Hilfe von Adsorbenzien (aufsaugende Mittel).
HES (Hydroxyethylstärke)
Stärke, die aus Wachsmais gewonnen wird. HES-Lösungen können fehlendes Blutvolumen ersetzen und die Fließeigenschaft des Blutes verbessern.
Immunkompetente Zellen
Zellen, die die spezifischen Funktionen des Immunsystems wahrnehmen (z.B. Lymphozyten und Killerzellen).
Immunsuppressivum
Arzneimittel zur Immunsuppression, d.h. zur künstlichen Unterdrückung oder Abschwächung der Immunreaktion des Organismus zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen oder Verhinderung von Transplantatabstoßungen.
INN
Internationaler markenfreier Name für Arzneimittelwirkstoffe, der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vergeben wird.
Intraperitoneal
Gabe eines Medikaments in die Bauchhöhle
Kolloide
Blut- und Plasmaersatz
Leukozytendepletion
Entfernung (teilweise oder komplette) von Leukozyten (weißen Blutkörperchen) aus Blut oder aus Blutkomponenten
Leukozytenfiltration
Entfernung der weißen Blutkörperchen durch Filtration
Lipidemulsionen/Fettemulsionen
Bestandteile der parenteralen Ernährung. Sie dienen primär der Zufuhr von Energie und essentiellen Fettsäuren.
Mesothelzelle
Zellen des Mesothels (einschichtiger Zellverband, der die Bauchhöhle auskleidet)
Parenterale Ernährung
Zufuhr von Nährstoffen direkt in die Blutbahn (intravenös)
Peritonealdialyse (PD)
Behandlungsmethode in der Dialyse, bei der das Peritoneum (Bauchfell) des Patienten als "Filter" für die Blutreinigung genutzt wird.
Peritonealdialyse-Lösung
Lösung, die in die Bauchhöhle des Patienten eingelassen wird, um Toxine aufzunehmen und zusammen mit überschüssigem Wasser zu entfernen.
Polyklonale Antikörper
Antikörper, die eine bestimmte Struktur erkennen, jedoch von verschiedenen Zellklonen produziert werden.
Polyolefine
Kunststoffe, die nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff bestehen.
Port
Ein subkutan vollständig implantiertes kleines Gehäuse mit Membran und Katheter zur Durchführung der Chemotherapie, Infusionstherapie, parenteralen Ernährung etc.
Sepsis
Blutvergiftung durch Bakterien, Pilze oder Viren
Stammzellen des Knochenmarks
Blutstammzellen, aus denen sich alle Blutkörperchen entwickeln.
Thrombozyten
Blutplättchen
Transnasal
Über die Nase bzw. durch die Nasengänge
Trifunktionale Antikörper
Antikörper, die an drei verschiedene Zelltypen binden (z.B. Tumorzelle, T-Zelle und akzessorische Zelle) und damit eine Tumor-spezifische Immunreaktion auslösen.
Validierung
Durch Validierung wird belegt, dass die zur Herstellung von Arzneimitteln eingesetzten Anlagen und Prozesse zu sicheren Arzneimitteln von gleichbleibend hoher Qualität führen.
Vaskulärer Gefäßzugang
Methode, den Blutkreislauf des Patienten am Dialysegerät anzuschließen. Der vaskuläre Zugang muss einen ausreichenden Blutdurchfluss ermöglichen sowie den Anschluss an das Gerät gewährleisten.
Virostatika
Chemische Substanzen zur Therapie virusbedingter Infektionen
Volumenersatzmittel
Infusionslösung zum Ausgleich von Blutverlusten
Volumetrische Pumpen
Elektronische Pumpen zur Infusion von Flüssigkeiten, Medikamenten oder Ernährungslösungen über einen venösen Zugang mit hoher Genauigkeit (volumenbasiert)
Zellseparator
Gerät zur Gewinnung von Blutkomponenten. Von einem Spender wird das Blut mittels Schlauchpumpen entnommen und zu einer Zentrifuge gefördert. Dort werden die jeweils gewünschten Blutkomponenten (z.B. rote Blutzellen, Plasma, Plättchen) angereichert und gesammelt. Die nicht benötigten Komponenten werden dem Spender zurückgegeben.
Zitrat
Salz der Zitronensäure. Durch Infusion von Zitrat auf der arteriellen Seite des extrakorporalen Blutkreislaufs wird die Blutgerinnung verhindert.
